Das Tennisjahr neigt sich dem Ende entgegen und findet mit den ATP Finals ihren Abschluss. Die besten acht Spieler der vergangenen elf Monate kehren nach vier Grand-Slam-, neun Masters- und diversen weiteren Turnieren in Turin ein. Mit von der Partie ist unter anderem Alexander Zverev, der nicht nur die deutschen Titelhoffnungen aufrecht hält, sondern 2018 beim Jahresabschlussevent auch den ersten großen Titel seiner Karriere feiern durfte. Kann der 24-Jährige diesen großartigen Triumph im Norden Italiens wiederholen? PokerStars Sports liefert die Grafik-Story zu den ATP Finals:

ATP Finals sind Höhepunkt und Abschluss

Was war das bitte für ein Tennis-Jahr? (Alle Wetten zu den ATP Finals) Zunächst einmal sind wohl alle Fans der gelben Filzkugel erfreut, dass fast alle Turniere wieder stattfinden konnten. Ab der zweiten Jahreshälfte häufig sogar mit Zuschauern, nachdem der Kalender im Vorjahr wegen der Corona-Pandemie noch ziemlich ausgedünnt war.

Dann wäre da noch der Fast-Golden-Slam von Novak Djokovic, dessen Traum erst im US-Open-Finale sein bitteres Ende fand und in dem Gegner Daniil Medvedev gleichzeitig seinen ersten Grand-Slam-Titel einheimste. Aus deutscher Sicht bleibt selbstverständlich der Olympiasieg von Alexander Zverev in Erinnerung, der das Jahr 2021 ebenso zum erfolgreichsten der Karriere des 24-Jährigen macht wie seine insgesamt fünf Turniersiege. Alle drei Spieler, zweimal qualifiziert als Grand-Slam-Sieger, einmal über die Rangliste, sollten angesichts ihrer Leistungen eine entscheidende Rolle in Turin spielen, müssen aber mit dem „Fluch“ der ATP Finals kämpfen.

Außenseiter überraschen regelmäßig

Denn in den letzten Jahren entwickelte sich die Veranstaltung immer weiter zum Turnier der Außenseiter. 2017 gewann Grigor Dimitrov als an Setzplatz 6 geführter Debütant und Außenseiter. Dieses Kunststück wiederholte Stefanos Tsitsipas zwei Jahre später. In beiden Finalauflagen stand dabei sogar kein Spieler aus den Top 4 der Welt auf dem Hartplatz. 2018 bestieg Alexander Zverev als Nummer 5 der Welt den ATP-Finals-Thron und gewann den bis zu diesem Zeitpunkt größten Titel seiner Karriere. Auf dem Weg dorthin schlug das DTB-Ass unter anderem die topgesetzten Novak Djokovic und Roger Federer.

Auch 2020, als das Saisonfinale vor der Corona-Pandemie letztmals ausgetragen wurde, schnappte sich Daniil Medvedev an 3 geführt die Trophäe. Schlechte Karten also für den Titelverteidiger aus Russland, der in diesem Jahr hinter Novak Djokovic als zweitbester Spieler in das Turnier startet. Dabei ist es ausgerechnet das Spitzenduo, was auch im letzten Saisonabschnitt mit den besten Ergebnissen zu überzeugen wusste.

Medvedev unterliegt Hurkacz4.20

Nole in Top-Form

Bei Novak Djokovic stand vor etwas mehr als einer Woche aber noch ein dickes Fragezeichen vor dem aktuellen Leistungsstand. Nach dem verlorenen US-Open-Finale bestritt der 34-Jährige auf der ATP Tour rund zwei Monate lang kein einziges Match und machte mit Impf-Diskussionen rund um die Australian Open mehr Presse als mit Tennispartien. In Paris meldete sich der 20-fache Grand-Slam-Sieger aber eindrucksvoll mit seinem 37. Masters-Titel zurück.

Wie schwer der Serbe zu schlagen ist, beweist ein Blick auf die Bilanz im Jahr 2021. Australian Open, Wimbledon und die French Open gingen mit nur insgesamt 13 Satzverlusten an die Nummer 1 der Welt. In Finalspielen musste sich der zweifache Familienvater einzig und allein Rafael Nadal (Rom Masters), der verletzungsbedingt in Turin nicht an den Start gehen kann, und eben Daniil Medvedev (US Open) geschlagen geben. Selbiger brachte in 2021 das beste Tennis (alle Tennis-Wetten) seiner Karriere auf den Court und präsentierte sich vor allem auf dem Hartplatz in exzellenter Verfassung. Titel in Marseille, Toronto und den US Open beweisen bei einer 42:7 Bilanz, warum sich der Russe auf dem blauen Geläuf auf einer Augenhöhe, wenn nicht sogar mit leichten Vorteilen, gegenüber Djokovic sieht.

Underdogs im Formtief

Welcher Außenseiter dem ATP-Finals-Fluch letztendlich gerecht werden kann und dafür sorgt, dass dem Top-Duo wieder einmal der Sieg verwehrt bleibt, lässt sich schwer beantworten. So stand der Norweger Casper Ruud 2021 bei fünf Turnieren ganz oben auf dem Podest, allerdings nur in der Kategorie der 250er. Ging es gegen die Großen der Welt, hat der 22-Jährige seine Probleme. In Duellen mit den Top 10 der Welt steht der Weltranglistenachte 3:15 – die schlechteste Bilanz aller diesjährigen Teilnehmer. Berrettini und Hurkacz konnten lange Zeit die guten Ergebnisse aus Wimbledon (Finale und Halbfinale) nicht bestätigen, bevor es für den Italiener in Wien immerhin bis ins Viertelfinale ging und der Pole in Paris erst in der Runde der letzten Vier ausschied. Rublev und Tsitsipas stecken dagegen weiterhin im Formtief und müssen bei den Finals aufpassen, nicht schon in der Gruppenphase die Segel zu streichen.

Djokovic - Ruud 2:01.35

Zverev mit Chancen

Da wir nach und nach Spieler von unserer Lister streichen müssen, bleibt wohl nur noch Alexander Zverev, der Djokovic und Medvedev ärgern könnte. Das DTB-Ass angesichts der Titelsammlung und in diesem Jahr beeindruckenden Bilanz (54:14) als Außenseiter zu betiteln, fällt uns aber schwer. Zumal der 24-Jährige wie zuvor beschrieben schon einmal die ATP Finals gewann. Allerdings zog der Weltranglistendritte gegen Djokovic und Medvedev häufig den Kürzeren, was ihn im direkten Duell dann doch irgendwie in die Position des Underdogs drückt – eine gute Ausgangslage für die ATP Finals. Er trifft zum Auftakt auf Wimbledon-Finalist Matteo Berrettini aus Italien.

Zverev schlägt Berrettini1.44

Wer gewinnt die ATP Finals?

Djokovic2.40Medvedev3.50Zverev6.00
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