Die Trainer sorgten in der Sommerpause für Aufsehen, obwohl es nur um den SCR Altach in Österreich oder einen No-Name-Klub aus der Türkei ging. Das sind zwar kleine Vereine, aber dafür sind die ankommenden Namen umso größer.

Klose in 6000-Seelen-Dorf

Der SCR Altach war nur wirklichen Insidern des Fußballs ein Begriff – bis jetzt. Kein Geringerer als der deutsche Rekordtorschütze Miro Klose geht in die österreichische Provinz, um dort seine Erfahrungen als Cheftrainer zu machen.
Der Verein aus der Bundesliga der Alpenrepublik entkam in der vergangenen Spielzeit nur knapp dem Abstieg, nun nimmt ein ganz Großer des Weltfußballs auf der Trainerbank Platz. Für Klose ist es zwar die erste Station als Chefcoach, gänzlich unerfahren ist er aber nicht. Wie schon als Spieler treibt er auch seine Karriere als Trainer strikt nach Plan voran. Zuerst übernahm er die U-17-Junioren des FC Bayern, danach wurde er unter Joachim Löw Co-Trainer im Nationalteam sowie unter Hansi Flick Assistent bei den Bayern. Nun freut sich er auf die Aufgabe am Vorarlberg. Klose ist nicht das einzige Beispiel für einen Auftakt der Trainer-Karriere in einem beschaulichen Umfeld.

Sahin und Pirlo Trainer in der Türkei

Mit Nuri Sahin und neuerdings auch Andrea Pirlo hat die türkische Süper Lig gleich zwei große Namen vorzuweisen. Sahin wurde im Laufe der vergangenen Spielzeit Spielertrainer bei Antalyaspor. Der Erfolg stellte sich umgehend ein. Er übernahm die Mannschaft im unteren Mittelfeld in Abstiegsgefahr, holte in 30 Liga-Spielen aber starke 51 Punkte und schloss die Saison auf Rang 7 ab.
Mit einer solchen Bilanz wären Fatih Karagümrük und Andrea Pirlo auch einverstanden. Nach seinem Karriereende als Spieler übernahm der Mittelfeld-Stratege als erste Station gleich den italienischen Meister Juventus Turin. Er wurde nach jahrelanger Dominanz der Bianconeri trotz insgesamt 2,18 Punkten pro Spiel nur Vierter und musste nach nur einem Jahr wieder seinen Hut nehmen. Nach einem Jahr Pause nun also der Schritt zurück zu Fatih Karagümrük. Der Istanbuler Verein spielt im 74.753 Plätze fassenden Atatürk Olympiastadion.  Allerdings ist dort nur das Stadion groß. Nachdem Aufstieg wurde die Mannschaft zweimal Achter, in der ewigen Tabelle der Süper Lig belegt der Verein nur Rang 46.

Die Politik der kleinen Schritte

Nicht nur Klose oder Pirlo gehen den Trainerjob lieber in einem ruhigen Umfeld an. Italiens Weltmeister Gennaro Gattuso startete seine Karriere in der Schweiz als Spielertrainer beim FC Sion. Auch ein Weltstar wie Wayne Rooney ging zum Start lieber in die zweitklassige Championship zu Derby County, als umgehend einer komplizierte Aufgabe in der Premier League zu übernehmen.
Der jetztige Barca-Coach Xavi ist ein weiteres Beispiel. Er verließ seine sportliche Heimat in Barcelona, um in Saudi-Arabien fernab des Blitzlichtgewitters das Trainer-Handwerk zu erlernen – mit Erfolg. Nach der Rückkehr zur Blaugrana und etlichen Turbulenzen innerhalb des Vereins führte er die Mannschaft von Rang 8 immerhin zur Vizemeisterschaft.

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